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Brauchen Leopardgeckos Wärmelampen oder Heizmatten?

Dieser Gecko genießt die Konduktionswärme in seinem Versteck
Dieser Gecko genießt die Konduktionswärme in seinem Versteck

 

 

Leopardgeckos sind vor allem nachts und in der Dämmerung aktiv und wie wir wissen, benötigen sie Wärme, damit sie richtig aktiv sein und den Stoffwechsel hochfahren können. Aber wie bringt man die Wärme in das Terrarium? Wie lange sollten bei Leopardgeckos Wärmelampen überhaupt an sein? Und in Zeiten steigender Strompreise: wie kann man das effizient umsetzen?

Welche Temperaturen benötigen Leopardgeckos?

Leopardgecko Lebensraum Habitat Sonne Sonnenuntergang
Im iranischen Lebensraum der Leopardgeckos geht die Sonne unter.

Reptilien sind wechselwarm (der Fachausdruck hierfür ist poikilotherm), sie regulieren ihre Körpertemperatur also mit Hilfe ihrer Umgebungstemperatur. Hierfür haben sie viele verschiedene Methoden. Tagaktive Reptilien (wie unsere einheimischen Eidechsen) legen sich meist in die Sonne und erwärmen sich so an den wärmenden Strahlen und den aufgeheizten Steinen. Leopardgeckos kommen aber erst dann aus ihren Verstecken wenn die Sonne bereits untergeht. In ihren Herkunftsländern würde es tagsüber zu warm und sie entgehen diesen widrigen Temperaturen, indem sie sich in ihre Verstecke zurückziehen.

Forschungen haben gezeigt, dass Leopardgeckos versuchen ihre Körpertemperatur bei etwa 28°C zu halten¹. Sie ziehen sich aber auch dann in kühlere Bereiche zurück oder suchen gelegentlich wärmere Plätze auf. Aber wenn Leopardgeckos sich nicht aktiv "sonnen", wie kommen sie dann an die notwendigen Temperaturen?

Woher kommt die notwendige Wärme im Lebensraum?

Leopardgecko Lebensraum Habitat Sonne Wärme Lufttemperatur temperatur Konduktion
Abb. 1: Wärmequellen im Freiland²

Natürlich ist nicht auszuschließen, dass Leopardgeckos auch im Freiland in der Dämmerung ein wenig Strahlungswärme durch direktes Sonnenlicht abbekommen. Aber im Gegensatz zu tagaktiven Reptilien scheinen andere Wärmeformen deutlich wichtiger zu sein. Der Infrarotanteil der Sonnenstrahlen erwärmt direkt und indirekt die Luft und die geeignete Lufttemperatur ermöglicht es Leopardgeckos sich ein wenig aufzuwärmen und viel wichtiger sorgt sie dafür, dass sie nicht zu schnell auskühlen! Gerade wenn sie weitere Strecken zurücklegen wollen, sind sie darauf angewiesen, dass es nicht zu kalt ist.

Es gibt aber eine Wärmeart, die noch viel wichtiger ist um überhaupt die notwendige Körpertemperatur zu erreichen: Konduktion - diesen Effekt kennst du, wenn du dich mit kalten Füßen auf eine Bodenheizung stellst. Dann wirst du nämlich merken, dass die Wärme schnell deine Haut und dann den ganzen Fuß erwärmt. Und genau dieser Konduktions-Effekt ist auch für viele nachtaktive Reptilien sehr wichtig. Sie suchen sich warme Stellen und pressen sich mit dem ganzen Körper darauf. Sie machen sich dann ganz flach und bleiben so lange liegen um die Wärme für ihren gesamten Stoffwechsel zu nutzen. In den USA wird das "belly heat" bezeichnet, also quasi "Bauchwärme". So können sie schnell den ganzen Körper erwärmen.

 

So erwärmt man ein Leopardgecko-Terrarium

Abb. 2: Wärmequellen im Terrarium
Abb. 2: Wärmequellen im Terrarium

Wir sollten im Terrarium mindestens eine geeignete Lufttemperatur und Konduktionswärme anbieten. Zum Glück ist das mit einfachen technischen Möglichkeiten umsetzbar. Die klassischste Beheizungsmethode in Terrarien ist sicherlich der Wärmestrahler, der auch als Spotstrahler bezeichnet wird. Während man für tagaktive Reptilien heute Wärmestrahler mit hohem UV-Anteil verwendet, ist das für Leopardgeckos nicht notwendig. Für unsere Geckos hat sich die Verwendung von speziellen Halogen Strahlern* bewährt. Da sie sehr heiß werden, sollten sie prinzipiell nur in Keramikfassungen* verwendet werden. Diese Halogenstrahler für Terrarien wärmen nicht nur die Luft auf, sondern sorgen auch lokal für eine gute Aufheizung des Bodens oder der Steine. Bei meinen Terrarien sind die Halogenlampen tagsüber für etwa 10 Stunden eingeschaltet. Ich steuere die Strahler mit Zeitschaltuhren*, damit die Tiere sich an einen Rhythmus gewöhnen können. Es ist mir übrigens wichtig, dass der Wärmestrahler in einer Ecke des Terrariums verwendet wird, da man so leichter warme und kühlere Bereiche gestalten kann.

Abb. 3: Wärmeverteilung bei einem 50 Watt Halogenstrahler unter "Idealbedingungen". Grafik: Lucky Reptile
Abb. 3: Wärmeverteilung bei einem 50 Watt Halogenstrahler unter "Idealbedingungen". Grafik: Lucky Reptile

Wie viel Watt der Halogenstrahler haben sollte, hängt von verschiedenen Parametern ab. Bei den meisten Haltern werden die Strahler im Terrarium angebracht (Achtung: unbedingt darauf achten, dass nichts Entzündliches in die Nähe des Strahlers kommen kann!) und dann ist es relevant wie tief der Strahler hängt, wie stark das Terrarium isoliert und auch worauf der Strahler gerichtet ist. Manche Produzenten bieten hilfreiche Übersichten an, die bei der Auswahl des richtigen Strahlers helfen können (siehe Abb. 3). An der wärmsten Stelle in meinen Terrarien wird es etwa 32-34°C warm. So können die Geckos auch einmal höhere Temperaturen aufsuchen, was sie nach meiner Erfahrung bei Erkrankungen oder Verdauungsproblemen gelegentlich tun.

Es gibt jedoch ein Problem: wenn der Strahler nur einen offen liegenden Stein im Terrarium erwärmt und die Wärme die Verstecke der Geckos nicht erreicht, dann sind die Leopardgeckos unter Umständen gezwungen diesen auch tagsüber aufzusuchen. Manchmal sieht man dann Leopardgeckos tagsüber an der Rückwand oder an anderen eher ungewöhnlichen Stellen - sie tun das nicht, weil es ihnen dort besonders gefällt, sondern weil es vielleicht die einzigen Bereiche sind, die ihnen geeignete Temperaturen ermöglichen. Das kann für erheblichen Stress bei den Tieren sorgen, da sie sich ja tagsüber in einer Höhle verstecken wollen. Halogenstrahler mit hohen Wattzahlen trocknen zudem die Luft im Terrarium sehr stark aus, was beispielsweise zu Häutungsproblemen führen kann. Glücklicherweise kann man aber oftmals Strahler mit geringeren Wattzahlen verwenden, denn es gibt eine weitere hilfreiche Technik, die uns im Terrarium gut helfen kann:

Um den Leopardgeckos eine gute Konduktionswärme anbieten zu können (also die Wärme "von unten") haben sich Heizmatten sehr bewährt. Leopardgeckos sollten Verstecke im kühleren Bereich des Terrariums haben, feuchte Rückzugsbereiche und warme Verstecke mit etwa 28°C. Und genau im Bereich dieser warmen Verstecke werden die Heizmatten installiert. Bei Glasterrarien werden die Heizmatten zumeist unter dem Terrarium angebracht (wie das geht erkläre ich hier). Bei  Holz-, OSB- oder Kunststoffterrarien* werden speziell gesicherte Heizmatten im Terrarium installiert. Ich füge meistens eine dünne Schicht (etwa 1-2 cm) feuchten Sand-Lehmgemisch über die Heizmatte, der dann rasch hart wird, die Heizmatte optisch gut verdeckt und die Wärme gut weiter leitet. Über einen Teil der Heizmatte legt man dann ein Versteck. So kann der Leopardgecko sich dann im sicheren Versteck aufwärmen. Ich lasse die Heizmatten den ganzen Tag angeschaltet und auch noch noch nachts mehrere Stunden. So simuliere ich den von der Sonne aufgewärmten Boden, der auch im Freiland nachts nur langsam abkühlt. Auch in der Dunkelheit nehmen die Leopardgeckos diese Wärmeinseln gerne an und legen sich immer wieder darauf. Manche Halter lassen die Heizmatten sogar den ganzen Tag und die ganze Nacht laufen ohne irgendwelche negativen Effekte bei ihren Tieren beobachten zu können. Um die Zieltemperatur von etwa 28°C zu erzielen kann man Thermostate* oder einfache Dimmer* verwenden.

Braucht man wirklich Heizstrahler UND Heizmatte?

Nein, nicht unbedingt. Manche Halter verwenden nur Strahler, die beispielsweise auf Verstecke scheinen und so auf den Verstecken höhere Temperaturen schaffen, während sie in den Verstecken die gewünschten 28°C erreichen. Ein durch einen Heizstrahler erwärmter Stein kann die Wärme auch einige Zeit speichern und den Geckos auch nach dem Erlöschen der Beleuchtung noch einige Zeit als Wärmeinsel dienen. LED-Strahler sind hierfür übrigens ungeeignet, da sie zwar sehr hell sind, aber kaum Wärme produzieren. Für die Grundbeleuchtung können LEDs durchaus verwendet werden, zur Erwärmung des Terrariums tragen sie aber kaum bei. Andere Pfleger verzichten übrigens vollständig auf Wärmestrahler und verwenden nur Heizmatten - und kommen auch damit gut zurecht.

Letztlich gibt es hier also verschiedene Möglichkeiten und es spricht nichts dagegen, dass man hier ein wenig herumprobiert.

In größeren Terrarien hat sich bei mir die Kombination aus Heizstrahlern und Heizmatten sehr gut bewährt, deshalb empfehle ich es gerne.


Achtung: Sobald Strom ins Spiel kommt ist Vorsicht angesagt! Man muss aus Haftungsgründen darauf achten, dass die Produkte für den Einsatzzweck vorgesehen sind und von einem europäischen Inverkehrbringer kommen. Elektroinstallationen sind Aufgabe für Profis.


Produktempfehlung: Lucky Reptile Halogen Sun*

 

 

Die Halogen Sun von Lucky Reptile haben einen sehr engen Abstrahlwinkel von 25° und sind somit in der Lage die Wärmestrahlung weit zu transportieren. Erfreulicherweise sind sie nach meiner Erfahrung vergleichsweise langlebig und müssen meist nur alle 6-12 Monate ausgetauscht werden. Sie benötigen kein Vorschaltgerät, sollten aber aufgrund der Wärmeentwicklung nur in Keramikfassungenverwendet werden. In sehr gut isolierten und niedrigen Terrarien reicht die 35 Watt Version meistens aus, in Terrarien mit Standardgrößen für Leopardgeckos führen in aller Regel die 50 Watt Halogen Suns zum Ziel.


Produktempfehlung: Lucky Reptile Thermo Mat PRO*

Die Lucky Reptile Thermo Mat PRO* hat eine wasserdichte und robuste Schutzhülle und kann deshalb als eine der wenigen Heizmatten auch im Terrarium verwendet werden. Das ist gerade dann wichtig, wenn die Leopardgeckos in einem Holz-, OSB- oder Kunststoffterrarium* gepflegt werden. Besonders ist an dieser Heizmatte auch der integrierte Überhitzungsschutz, der die Brandgefahr deutlich reduziert. Die 20 Watt Version* ist für die meisten Terrarien völlig ausreichend.


Produktempfehlung: Exo Terra Folienheizmatte*

 

 

Diese Heizmatte von Exo Terra* wird nicht im Terrarium verwendet, sondern wird unter das Glasterrarium geklebt ( in diesem Video zeige ich dir wie das geht).  Damit die Wärme überhaupt bei den Geckos ankommt ist es wichtig, dass man im Bereich der Heizmatte nur dünn Bodengrund einfüllt - 1-2 cm sind in aller Regel ausreichend.


Literatur und weiterführende Links

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Kommentare: 1
  • #1

    Mark (Mittwoch, 03 Februar 2021 06:45)

    Welche LEDs würdest du als Grundbeleuchtung empfehlen?