Rückwände für Leopardgeckos selber bauen

Leopardgecko Rückwand Rückwände Leopardgeckos
Rückwande verschönern jedes Terrarium für Leopardgeckos! Foto: Tim Kneppe

 

 

Rückwände sind ein wichtiger Bestandteil der Einrichtung von Leopardgecko-Terrarien. Sie werden von den Geckos aktiv genutzt und vergrößern den Aktionsraum der Tiere. Zudem helfen sie bei der Wärmeisolation des Terrariums. In diesem Gastartikel erklärt Tim Kneppe, wie man eine attraktive Rückwand leicht selbst bauen kann.

Rückwand Terrarium Leopardgecko
Zubehör für den Bau Foto: T. Kneppe

Rückwände aus Styropor und Fliesenkleber sind nicht nur schön anzuschauen, sondern stellen auch eine Erweiterung der Nutzfläche im Terrarium dar.

 

Um eine Rückwand selbst bauen zu können, benötigt man eine Grundausstattung an Material und Werkzeug. An Materialien braucht man Styroporplatten (60-100mm dick), Silikon, flexiblen Fliesenkleber, Pigment-Oxidfarbe und Klarlack oder Epoxidharz. An Werkzeugen sind lediglich ein Teppichmesser, eine Universal-Handsäge und Pinsel in verschiedenen Größen nötig.

Wenn vorhanden, kann man zum Bearbeiten des Styropors auch einen Thermocut (Heißdraht-Schneidgerät) verwenden.

 

Als Ersatz für die Pinsel kann auch eine Putzpistole mit Kompressor benutzt werden- dafür braucht man aber ein wenig Übung um den Fliesenkleber gleichmäßig aufzutragen. Je nach Struktur der Rückwand empfehle ich aber definitiv den Pinsel.

 


 

 

 

Tim stellt sich vor: Ich heiße Tim Kneppe, bin 29 Jahre alt und seit 2010 in der Terraristik aktiv. Spezialisiert habe ich mich auf die Haltung und Zucht von Leopardgeckos (E. macularius ). Neben den Leopardgeckos halte ich noch Madagassische Großkopfgeckos (Paroedura picta), African Fattail Geckos (Hemitheconyx caudicinctus) und Stachelschwanzwarane (V. acanthurus). Ich habe eine Facebook-Seite und eine Homepage für mein Hobby.


OSB Terrarium Rückwand Leopardgecko
Die Grundstruktur aus OSB-Platten steht! Foto: T. Kneppe

Bei kleineren Standardterrarien empfehle ich, die Rückwände als eigenes Teil zu bauen und nicht direkt auf die Terrarienwand zu kleben.

So kommt man beim Bau besser in jede kleine Ecke und hat auch die Möglichkeit, die Rückwand beliebig zu drehen. Im fertigen Terrarium hat man den Vorteil, dass die Rückwand schnell ausgebaut werden kann. So kann sie leicht zur gründlichen Reinigung herausgenommen werden.

 

Der Bau beginnt, indem man die Innenmaße des eigentlichen Terrariums ausmisst:

Wichtig sind zunächst die Länge x Höhe der Rückwand und Breite x Höhe der Seitenwände. Aus diesen Maßen wird nun das Grundgestell (beispielsweise aus OSB-Platten) zurecht geschnitten.

Ganz wichtig: Bei dem Zuschnitt für die Seitenwände, darf man nicht vergessen die Dicke der Platte abzuziehen - sonst passt sie später nicht ins Terrarium.

Damit die Seitenwände stabil sind, setze ich in die Ecken rechtwinklige Dreiecke ein und verschraube alles. So bekommt das Grundgerüst eine gute Stabilität und es kann sich nichts verziehen.

 

Styropor Rückwand Leopardgeckos
Die dicken Styroporplatten bekommen den ersten Arbeitsschritt. Foto: T. Kneppe

 

Steht das OSB-Grundgerüst, wird es komplett mit Styropor beklebt. Ich verwende dafür 100mm dicke Platten, damit ich später eine tiefe Struktur hinein schneiden kann. Die Platten werden mit der Handsäge passend geschnitten, mit Silikon beklebt und fest angedrückt.

Nachdem das Silikon angetrocknet ist, schneidet man an den Vorderkanten der Seitenwänden das Styropor mit dem Teppichmesser schräg nach innen zu. So schafft man Platz um später die Schichten des Fliesenklebers auftragen zu können.

Im nächsten Schritt wird die grobe Struktur in das Styropor geschnitten. Hier kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen - allerdings müssen die Rückwände für die Bedürfnisse der Tiere geeignet sein. Leopardgeckos mögen Spalten und gut erreichbare Kletterflächen.

Die Struktur schneide ich mit dem Heißdraht-Schneidegerät in die Platten - ein scharfes Messer funktioniert aber auch.

Bei Heißarbeiten immer gut lüften und einen Feuerlöscher bereit stellen!

Styropor Rückwand Leopardgecko Terrarium
Langsam nimmt die Struktur erste Formen an! Foto: Tim Kneppe
Ein Styropor-Puzzle, bei dem kreativ werden muss! Foto: T. Kneppe
Ein Styropor-Puzzle, bei dem kreativ werden muss! Foto: T. Kneppe

 

Wenn dieser Arbeitsgang abgeschlossen ist, geht es an die Struktur der hervorstehenden Felsen.

Dafür eignen sich - je nach Strukturdicke der Rückwand - besonders Styroporplatten mit 60 und 80mm Dicke. Aber auch die 100mm dicken Platten können für große Strukturen und Felsen sehr praktisch sein. Ich schneide zuerst grobe rechteckige Styroporstücke aus und passe sie an die freien Stellen des Grundgerüsts an. Diese Stücke werden mit Silikon auf die flachen Ebenen der Rückwand geklebt. Dem Silikon gibt man dann für die nächsten Schritte genügend Zeit, um trocknen zu können. Sollten kleine unerwünschte Spalten entstanden sein, ist das nicht tragisch. Hier arbeitet man später mit einem scharfen Messer und Fliesenkleber nach. Wenn man möchte, dass Ebenen und Liegeflächen weit nach vorne herausragen sollen, kann man auch mehrere Styroporstücke aneinander kleben. Man sollte dann allerdings die Stabilität nicht außer Acht lassen.

Jetzt beginnt die Feinarbeit! Foto: T. Kneppe
Jetzt beginnt die Feinarbeit! Foto: T. Kneppe

 

 

 

 

Wenn das Silikon getrocknet ist, sollten die Styroporstücke fest an der Wand kleben. Man kann nun damit beginnen, die Stücke mit einem Messer in eine natürliche Form zu schneiden. Hier hilft entweder die eigene Phantasie oder man nutzt Bilder von Felswänden als Vorlage, um die Details der Wand zu gestalten. Man sollte sich aber nicht zu sehr in Feinheiten vertiefen und festbeißen, da der Fliesenkleber einiges wieder verdecken wird. Also nicht zu detailliert werden!

So langsam kann man erahnen, wie die Rückwand später aussehen wird. Siehst Du die kleinen weißen Styroporkügelchen? Die wirst Du noch viele Wochen in Deiner Wohnung finden... Foto T. Kneppe
So langsam kann man erahnen, wie die Rückwand später aussehen wird. Siehst Du die kleinen weißen Styroporkügelchen? Die wirst Du noch viele Wochen in Deiner Wohnung finden... Foto T. Kneppe
Fliesenkleber Styropor Rückwand Leopardgecko
Fliesenkleber anrühren - ein tolles Gematsche! Foto: T. Kneppe

 

 

Sobald man mit dem Bau der Struktur fertig ist, kann man anfangen den Fliesenkleber aufzutragen. Je nach Tierart, muss man die Schichtstärke beachten. Für Leopardgeckos reichen drei Schichten bereits aus. Für größere Echsen sollten vier oder sogar fünf Schichten aufgetragen werden, da die Rückwand sonst durch die Krallen und das Gewicht der Tiere in Mitleidenschaft gezogen wird. Die erste Schicht kann relativ dünn angerührt werden, so dass erstmal das Styropor bedeckt ist. So haftet der dicker angerührte Fliesenkleber bei der zweiten Schicht sehr viel besser. Bei der ersten Schicht ist es nicht so tragisch wenn noch etwas vom Styropor zu sehen ist. Bei der zweiten Schicht sollte dann aber darauf geachtet werden, dass alles bedeckt ist. Die dritte Schicht wird schön dick angerührt und es wird dann noch die Pigmentfarbe mit in den Fliesenkleber gemischt. Es gibt sehr schöne Farben, die die Rückwand später sehr natürlich aussehen lassen.

Styropor Fliesenkleber Rückwand terrarium Leopardgtecko
Der Fliesenkleber wird mit breiten Pinseln aufgetragen. Der Kleber kann der Haut schaden- deshalb sollten Gummihandschuhe verwendet werden. Foto: T. Kneppe
Die Verwendung unterschiedlicher Farben sorgt für einen natürlichen Look
Die Verwendung unterschiedlicher Farben sorgt für einen natürlichen Look

 

 

 

Die Zeit zum Trocknen der einzelnen Schichten ist übrigens abhängig von der Raumtemperatur. Bei Zimmertemperatur reicht in aller Regel ein Tag, damit die Schicht durchtrocknen kann.

Man kann auf dem Bild sehen, dass verschiedene Farbtöne verwendet wurden. Um farbliche Akzente zu setzen, nehme ich einen dunkleren Farbton um die Tiefen der Rückwand noch mehr hervor zu heben. Für den Auftrag der gefärbten Schichten, verwendet man eine eher flüssige Mischung mit wenig Fliesenkleber, viel Wasser und der entsprechenden Farbe.

 

Rückwand Terrarium Fliesenkleber naturnah Leopardgecko
Mit ein wenig Geschick, kann man sich ein Stück Natur ins Terrarium zaubern! Foto: Tim Kneppe

Als letzten Arbeitsgang sollte man jetzt noch Klarlack oder Epoxidharz aufgetragen. Für Terrarien die Trockengebiete nachstellen sollen, reicht aber der einfacher zu verarbeitende farblose Klarlack. Dieser härtet die Oberfläche nochmal nach. Ein weiterer Vorteil des Lacks ist, dass man dann bei späterer Reinigung auch mit einer Dampfente oder nassen Schwämmen putzen kann. Als optisches Tuning kann man den Klarlack im feuchten Zustand noch mit Sand bewerfen - das gibt einen besonders schönen Effekt.

 

Ich hoffe die Beschreibung ist verständlich und motiviert zum Bau neuer Terrarien mit schönen Rückwänden!


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Kommentare: 3
  • #1

    Jacky (Freitag, 13 Juli 2018 11:12)

    Hay
    Ich hab da mal eine ganz blöde Frage �

    Welche Farbtöne hast du für dieses Beispiel genutzt und wo hast du diese her?
    Bin mir nämlich mit Farben so unsicher.

    Liebe Grüße

  • #2

    Stefan (Freitag, 17 August 2018 22:42)

    Muss man einen speziellen Klarlack nehmen oder reicht da irgendeiner aus dem Baumarkt ?
    Danke im Voraus :)

  • #3

    Nicolas (Montag, 17 September 2018 16:30)

    Wie lange muss man nach der ersten Schicht Fliesenkleber warten, bis man die nächste Schicht auftragen kann ?